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Reizmagen
Etwa ein Viertel aller Deutschen leidet häufiger an Magenbeschwerden, wie Magenschmerzen, Druck- und Völlegefühl, Appetitlosigkeit sowie Übelkeit und Sodbrennen. Wenn trotz aller Untersuchungen keine organische Erkrankung als Ursache gefunden werden kann, spricht man von einem Reizmagen.
Was steckt hinter der Bezeichnung 'Reizmagen'?
Die Tätigkeit und Funktionen des Magens werden vom sogenannten vegetativen Nervensystem gesteuert. Das sind Nerven, die u. a. die inneren Organe steuern, die wir aber nicht bewusst beeinflussen können. Das vegetative Nervensystem ist aber mit unserem psychischen Befinden verbunden. Ärger und Stress wirken sich daher auch direkt auf den Magen aus. Dabei sind sensible und stressanfällige Menschen besonders von den Beschwerden eines Reizmagen betroffen. Die hauptsächliche Beschwerdeursache beim Reizmagen liegt darin, dass die Magenbewegungen gestört sind. Das führt zu einer verzögerten Entleerung und man hat oft das Gefühl, dass einem die Speisen wie ein Stein im Magen liegen. Es kann auch zu einem teilweisen Rückfluss des Speisebreis in die Speiseröhre kommen, was aufgrund der aggressiven Magensäure Sodbrennen verursacht. Zusätzlich wird das Magenproblem bei vielen Menschen durch eine ungesunde Lebens- und Ernährungsweise noch verstärkt.
Wie kann man einen Reizmagen behandeln?
Wenn Sie häufiger unter den typischen Magenbeschwerden eines Reizmagens leiden, sollten Sie sich zunächst gründlich untersuchen lassen, ob nicht vielleicht doch andere Probleme wie zum Beispiel eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür dahinter stecken, die ganz ähnliche Probleme verursachen. Sind organische Erkrankungen ausgeschlossen kann Ihnen der Arzt Medikamente verordnen, die helfen, die gestörten Magenbewegungen und den Transport des Speisebreis zu normalisieren. Außerdem können zusätzlich noch Medikamente zur Stabilisierung der Schutz- und Abwehrfunktion der Magen- und Darmschleimhaut angewendet werden.
Wie kann man seinem Magen am besten noch helfen?
Da Stress und Ärger oft ganz wesentlich an den Beschwerden eines Reizmagens beteiligt sind, sollten Sie versuchen, Ihre persönlichen Stressverursacher zu erkennen und zu bewältigen. Lernen Sie ganz bewusst zu entspannen und sorgen Sie für einen Ausgleich zum Alltagsstress. Sport und Bewegung sind dafür eine gute Möglichkeit. Wer körperlich regelmäßig aktiv ist, bewältigt berufliche und private Belastungen meist leichter. Nehmen Sie sich auch Zeit und Ruhe zum Essen. Unter Zeitdruck im Stehen heruntergeschlungene Mahlzeiten strapazieren und reizen Ihren Magen ganz unnötig. Verzichten Sie möglichst auch auf Nikotin und Alkohol. Beide Genussgifte können zusätzlich auf den Magen schlagen.
Sollte man bei einem Reizmagen eine spezielle Diät einhalten?
Eine Spezialdiät gibt es nicht. Sie können alles essen, was Ihnen bekommt. Mit der Zeit werden Sie selbst erfahren haben, dass z. B. fette, scharf gewürzte oder gebratene Speisen häufig die lästigen Beschwerden verstärken. Sinnvoll ist es daher zu beobachten, welche Speisen bekömmlich sind und welche vermehrt zu Beschwerden führen. Danach sollte man seine Ernährung entsprechend umstellen. Langfristig ist eine vollwertige, leichte, kalorien- und fettreduzierte Kost anzustreben. Für den Magen wesentlich verträglicher sind fünf bis sechs kleine Mahlzeiten, statt zwei bis drei große. Vermeiden Sie auch, Ihren Magen mit späten Abendmahlzeiten zu belasten.
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